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1968 bis 1976: Projekt Schottenring – geplatzte Träume
Im Jahr 1968 wurden die ersten Vorschläge zum Bau eines neuen Schottenrings geäußert. Da es immer schwieriger wurde, für Rennen auf öffentlichern Straßen Genehmigungen zu erhalten, musste zunehmend auf permanente Rennstrecken ausgewichen werden. Davon gab es in Deutschland nur den Nürburgring und den Hockenheimring. Nach Absprache mit dem hessischen Gau-Sportleiter des ADAC, Richard Löhr, versprach dieser, sich für die Realisierung einer Rennstrecke oberhalb von Schotten (bei Götzen) einzusetzen, die Emil Zeschky entworfen hatte. Von 1972 an, nachdem die Planung und das Projekt „Schottenring“ vorgestellt worden waren, liefen unzählige Verhandlungen mit Behörden und Industrie. In der Jahrhunderthalle in Frankfurt-Höchst veranstaltete der ADAC am 6. November 1972 eine große Pressekonferenz, bei der sich der hessische Minister für Wirtschaft und Technik, Heinz-Herbert Karry, sich von den Mitgliedern der Versammlung mit den Worten verabschiedete: „Ich hoffe und wünsche, dass dieses Kind geboren wird.“ Zuvor hatte er in einer Ansprache erklärt, dass er der Einladung des ADAC gerne gefolgt sei, weil er sich privat mit dem Projekt eines großen Erholungs- und Freizeitzentrums mit Motodrom in Schotten identifiziere und nach Wegen gesucht habe, diese Anlage zu verwirklichen. Der Vorsitzende des ADAC Hessen, Richard Löhr, habe in unermüdlicher Arbeit die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass das Projekt nun verwirklicht werden könne. Die Baukosten waren mit 20 Millionen Mark veranschlagt, davon sollten zwölf Millionen Mark als Fremdmittel aufgebracht werden, vier Millionen von einer Gesellschaft, die sich aus Komplementären, Kommanditisten und dem ADAC zusammensetze. Der Zuschuss des Landes Hessen werde dabei vier Millionen Mark betragen und stelle für das Land einen großen Betrag dar. Karry hielte diesen jedoch von der Sache her für gerechtfertigt und werde sich auf politischer Ebene für die Bereitstellung einsetzen. Das Projekt könne verwirklicht werden, weil der QADAC eine seriöse Grundlage bilde. Die neue Rennstrecke in Schotten, inmitten der Bundesrepublik gelegen, erde sich für die Bevölkerung ertragreich auswirken.
Am 8. Oktober 1974 gab der Karry als Hessischer Minister für Wirtschaft und Technik in einer Presseerklärung bekannt: „In Wiesbaden rechnet man damit, dass die erforderlichen Straßenbau-Maßnahmen bis Ende 1978 fertig gestellt sein können.“ Nach Karrys Angaben dürften sich die Ausbaukosten bei Annahme von 60.000 Besuchern und einer „Abflusszeit“ von bis zu dreieinhalb Stunden nach einer Veranstaltung auf gut 16 Millionen Mark belaufen. Darin seien bereits die aus dem laufenden Bauprogramm für die Landesstraßen zu finanzierenden Kosten sowie Kosten für die ohnehin in der Bauvorbereitung befindliche Ortsumgehung Schotten enthalten, so dass nur noch über eine Restfinanzierung von 1,4 Millionen Mark im Bundesfernstraßen-Haushalt mit dem Bundesminister für Verkehr verhandelt werden müsse. Auch die Umweltbeeinträchtigungen durch den Betrieb der Rennstrecke, mit denen insbesondere bei fünf bis sieben Großveranstaltungen zu rechnen sei, würden ein vertretbares Maß nicht überschreiten. Kurz vor Weihnachten kam dann jedoch das überraschende Aus für das viel versprechende Projekt. Karry schrieb an den ADAC-Gau-Präsidenten, dass die hessische Landesregierung die für dem Bau des Schottenrings bereit gestellten 4,2 Millionen Mark nicht mehr vorhalten kann, da der ADAC nicht den Nachweis erbringen konnte, dass die Finanzierung gesichert sei. Viele „Schuldige“ für die Absage wurden gesucht, aber was nütze dies alles: Mit dem Zurückziehen der Finanzierungszusage des Landes Hessen war das Projekt „Motodrom „Schottenring“ endgültig gestorben. Der Schlusssatz eines Presseartikels lautete: „In dieser Zeit ist das Motodrom wohl nicht mehr zu verwirklichen. Schad!!!!!!!!!! |
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