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Kein neuer Schottenring am Vogelpark04.12.2010 - SCHOTTEN Bürgermeisterin Schaab: Genehmigungsrisiken zu hoch - MSC-Vorsitzender Wagner: Frust und Enttäuschung (sw). Die Bemühungen des MSC Rund um Schotten zum Bau einer neuen Rennstrecke haben einen schweren Rückschlag erlitten. Bürgermeisterin Susanne Schaab empfiehlt, von dem vorgesehenen Standort gegenüber dem Vogelpark wie auch dem angedachten Bereich 500 Meter weiter in Richtung Rudingshain Abstand zu nehmen. Anlass war ein „Runder Tisch“ mit dem Gießener Regierungspräsidenten Dr. Lars Wittek, an dem auch der MSC-Vorsitzende Wolfgang Wagner teilnahm. Seit mehreren Jahren sucht der Motorsportclub einen neuen Standort für den Schottenring-Grand-Prix, der bedeutendsten Veranstaltung der Region mit rund 20 000 Besuchern aus dem In- und Ausland jährlich. Die Zukunft des seit mehr als 20 Jahren genutzten Stadtkurses ist aus verschiedenen Gründen ungewiss. Unter anderem plant ein Schottener Unternehmen im Bereich des seitherigen Fahrerlagers den Neubau einer großen Halle. Auch müssen immer wieder Asphaltschäden im Straßenbelag saniert werden. Bürgermeisterin Schaab sieht für die beiden ins Auge gefassten Standorte so „große Genehmigungsrisiken“, dass „angesichts der Kosten“ die Planungen eingestellt werden sollten. Drei Gründe sprechen gegen die Standorte am alten Schottenring im Bereich des Vogelparks beziehungsweise in Richtung Rudingshain. Neben dem Natur- und Vogelschutz sowie dem Immissionsschutz wiegen die wasserschutzrechtlichen Bestimmungen für den Standort Vogelpark besonders schwer. In diesem Bereich befindet sich der Trinkwasserbrunnen „Fahrerlager“, mit dem Teile der Schottener Kernstadt versorgt werden. Möglich wäre es, diesen Brunnen stillzulegen und die entsprechende Versorgung der Haushalte über den Brunnen Betzenrod zu tätigen. Dafür wäre aber eine Neubohrung der in die Jahre gekommenen Wasserquelle nötig, was Kosten in Höhe von einigen Hunderttausend Euro verursachen könnte. „Dies würde nur dann Sinn machen“, so Schaab, „wenn alle anderen Kriterien genehmigungsfähig wären.“ Das wiederum erscheint aber für den Bereich Immissionsschutz fraglich. In einem rund 40 000 bis 50 000 Euro teuren Genehmigungsverfahren würden am Ende voraussichtlich Lärmschutzmaßnahmen aufgrund der nahen Wohnbebauung gefordert, die „letztlich die Wirtschaftlichkeit der Anlage“ infrage stellten. Gegen den zweiten Standort in Richtung Rudingshain sprechen vor allem die Auflagen des Naturschutzes. Der Bereich ist als Vogelschutzgebiet ausgewiesen, sodass dort „mit großer Wahrscheinlichkeit mit dem Fund geschützter Arten gerechnet werden“ könne, betont die Bürgermeisterin. Als neue Alternative habe der Regierungspräsident das Gewerbegebiet „Vor der Spieß“ bei Rainrod vorgeschlagen. Für diesen Bereich, links der Bundesstraße in Fahrtrichtung Schotten gegenüber dem Gewerbegebiet „Auf der Oberwiese“, lag vor rund zehn Jahren eine Standortanfrage der Firma Stabernack vor, sodass dafür bereits in einem Flächennutzungsplan ein Gewerbegebiet ausgewiesen ist und ein Bebauungsplan aufgestellt wurde. Bürgermeisterin Schaab: „Hier gibt es keine naturschutz- und wasserrechtlichen Bedenken. Wegen des großen Abstands zu den Häusern Rainrods spielt die Lärmentwicklung nur eine untergeordnete Rolle, zumal mit dem Wall der Bundesstraße schon ein Lärmschutz vorhanden ist.“ Daher bewertet die Verwaltungschefin ein mögliches Genehmigungsverfahren bezüglich des Immissionsschutzes mit „guten Aussichten auf Erfolg“. Schaab räumt aber gleichzeitig die fehlende Anbindung an den historischen Schottenring als Nachteil ein. Trotzdem plädiert sie für diesen Standort: „Er stellt eine gute Möglichkeit dar, die Anlage für Schotten und die Region tatsächlich zu realisieren.“ MSC-Vorsitzender Wagner reagierte auf die Darlegungen des Regierungspräsidenten „überaus sauer“ und mit „großem Frust und großer Enttäuschung“: „Warum hat es so lange gedauert, bis uns die Risiken für die beiden Standorte am alten Schottenring mitgeteilt wurden?“ Die dreijährigen konkreten und mit viel ehrenamtlichen Engagement getätigten Planungs- und Vorarbeiten seien plötzlich umsonst gewesen. Ganz zu schweigen von den entstandenen Kosten. Wie es jetzt mit der geplanten Anlage weitergehen soll, dazu wolle er sich nicht äußern. Jetzt sei die Politik am Zuge. Für ihn stehe allerdings fest, dass die Arbeit der Vereine, die auch einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor für Schotten leisteten, zunehmend von politischer Seite blockiert werde. (Kreis-Anzeiger) |
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