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Voller Erfolg: Der 1. 24h e Grand Prix "Rund um Schotten"

Nach 1 ½ Jahren Vorbereitungszeit startete am 09.10.2022 die erste Ausgabe der 24h Rund um Schotten. Der MSC Rund um Schotten hatte in Zusammenarbeit mit Mitgliedern des eco GP e.V. eine anfangs gewagt erscheinende Idee realisiert: Auf dem alten, seit 1970 brachliegenden legendären Schottenring sollte ein aktueller Wettbewerb mit modernen Elektroautos ausgefahren werden. Dieser wurde nicht als Rennen auf Geschwindigkeit und schnellste Rundenzeiten hin angelegt, sondern als Effizienzwettbewerb im laufenden Straßenverkehr, wobei es am Ende galt die meisten Kilometer auf der Berg- und Talbahn des Schottenrings für die teilnehmenden Mannschaften mit ihren serienbelassenen Elektroautos zu absolvieren. Dieses Konzept hatte der ecoGP eV. bereits bei einigen Events in den Vorjahren – so in Zell am See in Österreich und am Schauinsland-Berg in Freiburg - zu einiger Reife entwickelt.

 

In Schotten wagte man nun den Sprung mit diesem Konzept auf eine alte historische Rennstrecke, die im Vorfeld auf den Stadtkurs ausgedehnt wurde und mit am Ende 19,75km Streckenlänge die längste Streckenvariante markierte, die je in der Geschichte Schottens für den bislang längsten Motorsport-Wettbewerb auf der historischen Strecke in Beschlag genommen wurde. Start und Ziel sowie das Fahrerlager waren in Höhe des MSC-Vereinsheims am Engler-Haus untergebracht worden. Auf dem Parkplatz vor dem Haus wurde eine provisorische Boxengasse mit 12 Ladestationen für die elektrischen Gefährte eingerichtet. Die Piloten konnten sich an einer Catering-Station am Engler-Haus verpflegen und in der kalten Nacht sich auch zum Aufwärmen ins Engler Haus zurückziehen. Dort war auch die Rennleitung untergebracht, die gemeinsam von eco GP und Mitgliedern des MSC gebildet wurde. 

 

17 Wagen unterschiedlicher Modelle und Fabrikate mit 90 Piloten aus 7 Ländern starteten am Samstag in den Wettbewerb. Für das Rennen hatten sich 11 verschiedene Einsatz-Mannschaften mit Wagen der Hersteller Honda, Tesla, Mini, Opel, BMW, VW, Mitsubishi und Skoda angemeldet. Den ersten 24h-Wettbewerb bestritten unter anderem 6 Honda E der europäischen Honda Forschungs- und Entwicklungs-Mannschaft, die alleine schon 38 verschiedene Piloten zum Einsatz brachten. Darunter waren 2 Wagen mit komplett japanischen Besatzungen und ein reines Damen-Team. Seitens des MSC wurden wie schon beim Rennen in Schauinsland 2021 2 Mini Cooper SE an den Start gebracht, wobei auch hier ein reines Damenteam und ein weiteres Team mit Vereinsmitgliedern ins Rennen gingen. Mit der BSSE-Opel Vivaro Mannschaft des aus Erlensee stammenden Rallye- und Slalompiloten Bernd Schneider und dem BMW M i4 des Giessener Autohändlers Carsten Thiele starteten noch 2 weitere hessische Teams beim ersten Schottener Elektroauto-Enduro   

2 Tesla Model 3-Mannschafen aus Holzminden und aus Rumänien, eine tschechische Skoda Citgo-Truppe, und Mannschaften mit einem Opel Corsa-e, einem VW E-Golf und einem Mitsubishi iMiev sowie ein Tesla Model S komplettierten das Feld beim ersten 24h-Wettbewerb in Schotten.

 

Nach dem Qualifikationsslalom auf dem Vogelsberg - auf dem Parkplatz an der Taufsteinloipe - den das tschechische Skoda-Team als Polesetter abschloss, postierte sich das Feld am Samstag dem 8.10  mit einer Le Mans-Startaufstellung in der Seestraße am Vereinsheim. Das am Morgen noch leicht regnerische Wetter hellte sich zum Rennstart hin auf. Um 14 Uhr wurde der Skoda Citgo als erster der Teilnehmer vom Grand Marshall des Rennens - dem Schottener Streckensprecher Günter Bopp - und eco GP Rennleiter Rafael de Mestre mit der deutschen Flagge in den Wettbewerb geschickt. Im Minutenabstand starteten danach die anderen Teilnehmer in den Wettbewerb. Auf der Strecke mussten sich die Teilnehmer an die gängigen Geschwindigkeitsbegrenzungen halten, deren Einhaltung ein GPS-System kontrollierte. Der Verkehr auf der Strecke erwies sich entgegen erster Mutmaßungen angesichts seiner bescheidenen Ausmaße am Wochenende kaum als Störfaktor. Und auch die Tatsache das nur eine Ampelanlage auf der fast 20km langen Strecke zu passieren war, half den Teilnehmern sich auf die Strecke und die Energieverbräuche ihrer Einsatzwagen zu konzentrieren.

 

Selbst in der Nacht verlief der Wettbewerb trotz der vorab vermuteten Wildwechselprobleme regulär und ohne Störungen. Lediglich ein Zwischenfall wurde in der Nacht verzeichnet, als einer der Honda beim Überholen des Opel Vivaro-Transporters des BSSE-Teams in der Serpentine zu früh einscherte und es zu einer Berührung kam. Außer geringfügigen Blech- und Lackschäden blieb der Vorfall jedoch folgenlos.

 

Nach der mondklaren und kalten Nacht machten sich die Teilnehmer am sonnigen Sonntag-Morgen auf in den Endspurt. Die entscheidende Frage war ob es tatsächlich gelingen würde die magische Distanz von 1000km zu übertreffen und wenn ja wieviele Teams dieses Kunststück schaffen würden.

 

Am Ende waren es sogar 6 der 17 gestarteten Mannschaften die die 1000km-Mauer knackten. Den obersten Platz auf dem Podium teilten sich gleich 2 Teams die beide 1106 Kilometer zurücklegten – die beiden Tesla Model 3 Mannschaften von Hamann Spedition aus Hannoversch Münden mit dem Pilotentrio Fritz Hamann, Julian Hamann und Kai Neumann sowie die rumänische Tesla Happy Owners Romania Truppe mit dem Pilotenquartett Cosmin Mihaiescu, Claudia-Gabriela Husian, George Miu und Vlad Radulescu. Dabei hatte die rumänische Mannschaft noch Glück, da sie die Siegerrunde nur 10 Sekunden vor Ende der 24h-Distanz komplettieren konnte. Der offizielle zweite Rang in der Wertung ging an die von der Pole gestartete tschechische Teslicka CZ Challengers Mannschaft auf dem Skoda Citgo e die mit dem tschechischen Pilotenquintett Ondrej Huncovsky, Tereza Huncovska, Pavel Baron, Jan Semotam und Jiri Zima 1086km zurücklegen konnten. Platz 3 ging schließlich an ein deutsches Fabrikat: die Giessener Mannschaft um Carsten Thiele schaffte es mit dem BMW i4 und ihren 10 Piloten Carsten Thiele, Alexander Dewein, Bernhard Wagner, David Bedenbender, Jonas Batsarisakis, Lea Garten, Lydia Bedenbender, Marco Hels, Michaela Thiele, Thilo Maurer und Tim Blohmann auf die letzte Stufe des Podiums. Dabei hätte theoretisch noch ein besseres Ergebnis drin gelegen, wenn die Mannschaft nicht in der Nacht ein Problem mit einem Stromausfall am Ladepunkt konfrontiert worden wäre. Auch der Opel Corsa E der E-Lectrified-Mannschaft und der „MSC is coming home“ Mini der Herren-Mannschaft des MSC Schotten (besetzt mit Ralf Heinz Martin, Dennis und Robert Romankewitz, Alexander Kämmer, Falk Schmidt und Jann Philipp Wagner) schafften es am Ende die 1000km-Marke zu brechen.

 

Als bester Honda in der mit 6 Wagen besetzten Honda E-Klasse wurde am Ende der #10 Honda mit einem internationalen Piloten-Quartett um Honda R&D Europe Vizepräsident Patric Ponec. Pech hatte dagegen das Damenteam des MSC mit der Mannschaft um Lucia Rispoli, Loretta Rispoli-Weiß, Andrea Weiß, Antje Schwarzbauer, Alexandra Fleischer und Swantje Wilhelm deren Mini Cooper E gleich zu Rennbeginn 2 Runden wegen Problemen mit einem nicht funktionierenden GPS-System verlor. Dennoch schlug man am Ende das zweite Damenteam der Honda-Mannschaft um 2 Runden auf der Strecke. Mit Ausnahme des rumänischen Tesla S, der lediglich einige Schaurunden im Lauf zurücklegte, beendeten alle Teilnehmer das Rennen regulär.

 

Insgesamt wurde das Rennen von allen Beteiligten als gelungene Veranstaltung betrachtet. Eine Wiederholung für das nächste Jahr ist eingeplant, wobei der MSC über den Winter nach einer gründlichen Analyse Lehren aus der Premiere ziehen wird, um die Attraktivität der Veranstaltung auszubauen und zu einem der besten Elektroauto-Amateur-Wettbewerbe in Deutschland ausbauen zu können.

 

Text: Harald Gallinnis

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Veröffentlichung

Fr, 02. Dezember 2022

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